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Multidimensionale Analyse der Ursachen für die niedrige Prävalenz der ambulanten Peritonealdialyse in Deutschland (MAU-PD)

Wissenschaftliche Projektleitung:

Dr. Nadine Scholten

Operative Projektleitung:

Tim Ohnhäuser

Projektmitarbeiter:

Isabell Schellartz

Studentische Hilfskraft:

Alinda Reimer

Kooperationspartner:

Dr. Ute Karbach

Dr. Gero von Gersdorff, Dr. Katherine Rascher (Klinik II für Innere Medizin, Uniklinik Köln – Gruppe „Qualität in der Nephrologie“ (QiN), KfH-Qualitätsprogramm)

Prof. Dr. Martin Hellmich, Christina Samel (Institut für Med. Statistik, Informatik und Epidemiologie (IMSIE), Universität zu Köln (UzK))

Prof. Dr. Thomas Mettang (Nierenzentrum Wiesbaden)

Prof. Dr. Stephanie Stock, Dusan Simic, Kristina Lorrek (Institut für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie (IGKE), UzK)

Krankenkasse DAK Gesundheit

Siemens Betriebskrankenkasse (SBK)

 

Projektlaufzeit:

05/2017 - 04/2020

Projektförderung:

Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA)

Projektbeschreibung

Aus medizinischer Sicht werden Peritonealdialyse (PD) und Hämodialyse (HD) als gleichwertige Dialyseverfahren angesehen. Auf nationaler und regionaler Ebene finden sich jedoch weltweit sehr unterschiedliche PD-Raten (z.B. Hong Kong 79,4 %, Schweden 23,8 %, Deutschland 5,4 %, Luxemburg 0,7 %). Ziel dieser im Rahmen des Innovationsfonds geförderten Studie ist es, Faktoren zu identifizieren, die für die in Deutschland im internationalen Vergleich niedrige PD-Rate ursächlich sind. Eruiert werden förderliche und hemmende Faktoren aus Sicht der unterschiedlichen Akteure (Patienten, Ärzte, Pflegepersonal, Kassen etc.). Im Rahmen einer Querschnittsstudie werden die aktuelle Versorgungssituation von Dialysepatienten auf regionaler Ebene, die unterschiedlichen Kosten und Kostenarten (HD vs. PD), sowie die Identifikation und Gewichtung der Einflussfaktoren bei Patienten, Ärzten und Pflegepersonal, die die Entscheidung für bzw. gegen die PD beeinflussen, analysiert.

Hierzu wird zunächst eine Sekundärdaten-basierte Analyse der Versorgungssituation durchgeführt. Datenbasis stellen die vertragsärztlichen Abrechnungsdaten gemäß §295 SGB V (ZI der KBV), die GKV-Daten zweier kooperierender Krankenkassen sowie die Qualitätssicherungsdaten des KfH (QiN) dar. Hinzu kommen im Sinne eines Mixed-Methods-Ansatzes qualitative Einzelinterviews mit Patienten, Fokusgruppen mit Nephrologen und leitenden Pflegekräften sowie standardisierte quantitative Befragungen möglichst aller (postalisch) erreichbaren Akteure. Anhand dieser Daten werden mögliche Einflussfaktoren auf die Erbringung der PD identifiziert und ihre Verbreitung und Relevanz quantitativ analysiert.

Erwartet wird die umfassende und repräsentative Identifikation und quantitative Analyse der Einflussfaktoren für bzw. gegen die Wahl eines der beiden Dialyseverfahren (HD vs. PD). Aus den Ergebnissen wird ein Maßnahmenplan mit praktischen Lösungen erarbeitet. Dabei können sich Lösungsvorschläge ergeben, die auf der organisationalen (interne und/ oder externe Organisationsstrukturen und -prozesse) sowie auf der individuellen Ebene (Arzt oder Patient) ansetzen. Die Bearbeitung der Ergebnisse mit den beteiligten Akteuren wird eine weit gefächerte Diskussion zu diesem Thema ermöglichen und den Boden bereiten für gemeinsame Lösungsmöglichkeiten im Gespräch mit den Dialyseanbietern, den Kostenträgern sowie den weiteren Akteuren der Gesundheitsversorgung.

http://www.maupd.uni-koeln.de