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Multimorbidität im Kontext von sozialen Faktoren

Wissenschaftliche Leitung des Projekts:

Prof. Dr. Holger Pfaff

Dr. Ute Karbach

Operative Projektleitung:

Ibrahim Demirer

Projektlaufzeit:

06/2018 - 06/2020

Projektförderung:

Die Studie wird aus Eigenmitteln des IMVR finanziert.

Kurzbeschreibung:

Hintergrund:

Der Einfluss sozialer Faktoren, wie z.B. subjektiv wahrgenommene Partizipation, Einsamkeit und soziale Unterstützung auf die Morbidität ist bislang wenig untersucht. Es erscheint besonders frappierend, dass in zunehmendem Maße diese Faktoren als Kontributoren für Morbidität und Mortalität identifiziert werden und daher zu einem Problem epidemiologischen Ausmaßes heranwachsen. In einer auf 70 internationalen quantitativen Studien basierenden Meta-Analyse haben Holt-Lundstad et al. (2015), abhängig von den sozialen Faktoren subjektiver Einsamkeit und objektive Isolation, ein durchschnittlich 28% bis 32% höheres Mortalitätsrisiko identifizieren können. Eine solche Analyse mit explizitem Bezug auf (Multi-)Morbidität bleibt bisher aus.

Ziel:

Ein Ziel des Vorhabens ist es, theoriebasierte Wirkmodelle von sozialen Faktoren wie subjektiver Einsamkeit und sozialer Unterstützung auf Morbidität zu entwickeln und empirisch zu überprüfen. Als Basis der Wirkmodelle gelten die von Berkman (2000) postulierten psychosoziale Mechanismen, sowie das von Holt-Lunstad (2018) sozio-ökologische Modell. Erweiterung erfahren die Wirkmodelle durch den besonderen Fokus auf Multimorbidität und Altern. Für die empirische Überprüfung werden zwei unterschiedliche Datenquellen verwendet. Die Unterscheidung und Wahl der Sekundärdaten basiert dabei auf den verschiedenen Lebenslagen, die es in Bezug auf Multimorbidität zu berücksichtigen gilt.

  • Für die Prüfung der Wirkmodelle im Kontext von Personen, die sich im letzten Drittel der Erwerbsfähigkeit befinden, wird der GSPE-III verwendet. Hierfür erfolgt eine Kooperation mit Herrn Prof. Dr. Matthias Bethge.

Beide Datensätze erlauben eine längsschnittliche Betrachtung von mindestens drei Erhebungswellen, sodass die Beantwortung kausaler Fragestellungen versucht wird.

  • Kann soziale Unterstützung den Zusammenhang zwischen Multimorbidität und mentalem Wohlbefinden positiv beeinflussen?

  • Begünstigen lang anhaltende Episoden von Einsamkeit die Entwicklung von Multimorbidität?

Ferner soll, angeleitet durch das theoretische Modell, Berücksichtigung von weiteren relevanten (konfundierenden) Merkmalen erfolgen. Dabei werden methodologische Fragestellungen der empirischen Überprüfung in den Vordergrund gestellt.

Ausblick:

Neben der Beantwortung der Analysefragen, sollen die Ergebnisse dazu dienen zukünftige Projekte im Kontext von Morbidität und sozialen Faktoren in ihrem Evaluationsdesign anzuleiten. Hierzu erfolgt ein Abgleich der Ergebnisse mit dem Innovationsfond Projekt MamBo.