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AdAM (Anwendung für digital unterstütztes Arzneimitteltherapie-Management)

Wissenschaftliche Projektleitung:

Prof. Dr. Holger Pfaff

Dr. Ute Karbach

Projektmitarbeiter:

Sara Söling

Kooperationspartner:

Barmer GEK

KV Westfalen Lippe

Prof. Ferdinand Gerlach, Institut für Allgemeinmedizin, Universität Frankfurt

Prof. Hans Trampisch, Abteilung für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie, Medizinische Fakultät der Ruhr-Universität Bochum

Prof. Wolfgang Greiner, Lehrstuhl für Gesundheitsökonomie und Gesundheitsmanagement, Universität Bielefeld

Dr. Ingrid Schubert, PMV forschungsgruppe, Universität Köln

Projektlaufzeit:

10/2016 - 09/2019

Projektförderung:

Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA)

Kurzbeschreibung:

Viele ältere Menschen leiden unter Multimorbidität und benötigen mehrere Arzneimittel gleichzeitig. Bei der ärztlichen Behandlung steigt für diese Patienten das Risiko von Wechsel- und Nebenwirkungen, sowie Medikationsfehlern stark an.

Das Projekt AdAM (Anwendung für digital unterstütztes Arzneimitteltherapie-Management) unterstützt Ärzte digital die Qualität, Sicherheit und Koordination des Arzneimitteltherapie- und Versorgungsmanagements zu verbessern, indem für diese Zwecke eine spezielle Software entwickelt wurde. Diese hat verschiedene Funktionen, wie

  1. die Möglichkeit mit Einverständnis der Patienten behandlungsrelevante Informationen in Echtzeit aus Routinedaten der Krankenkassen zu extrahieren

  2. eine elektronisch unterstützte Arzneimittelsicherheitsprüfung durchzuführen und für die Patienten den erforderlichen bundeseinheitlichen Medikationsplan in verschiedenen Sprachen auszudrucken

  3. automatisch Risikowarnungen bei Medikationsfehlern zu erhalten

  4. bei stationärer Aufnahme ambulanter Patienten automatisch informiert zu werden und mit dem Krankenhaus die Arzneimitteleinnahme koordinieren

Die formative Evaluation der neuen Versorgungsform wird vom IMVR durchgeführt und soll darstellen welche implementationsfördernden und hemmenden Faktoren bei Anwendung des digital unterstützten Arzneimittel-Managements beobachtet werden können. In leitfadengestützten Telefoninterviews werden die teilnehmenden Hausärzte der Interventionsgruppe- und Kontrollgruppe zu implementationsfördernden und hemmenden Faktoren befragt (Nutzerfreundlichkeit der Software, Barrieren) und Fokusgruppen mit Früh- und Spätanwendern geführt. Basierend auf den Ergebnissen der qualitativen Datenerhebung wird ein Fragebogen entwickelt und als postalischer Survey (quantitativ) zur repräsentativen Erfassung arzt- und praxisseitiger Faktoren in teilnehmenden Praxen eingesetzt. Die qualitative Auswertung erfolgt je nach Fragestellung inhaltsanalytisch oder qualitativ-deskriptiv, die des Surveys deskriptiv.