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COVID-GAMS - Die COVID-19-Krise und ihr Einfluss auf den ambulanten Sektor in Deutschland – Die Sicht der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte

Projektleitung

Dr. Nadine Scholten

Projektmitarbeiter

Jan Hoffmann

Laura Mause

Tim Ohnhäuser

Arno Stöcker

Projektlaufzeit

6/2020 bis 11/2021

Projektförderung

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Kurzbeschreibung

In Bezug auf die Corona-Pandemie steht vor allem das Krankenhaus im Zentrum der Aufmerksamkeit. Etwa 5-15 Prozent der positiv auf SARS-CoV-2 getesteten Personen weisen einen Krankheitsverlauf auf, der eine Konsultation im Krankenhaus oder die stationäre Aufnahme notwendig macht. Leichte COVID-19-Infektionsfälle sollen wenn möglich ausschließlich ambulant versorgt werden. Der ambulante Sektor übernimmt somit zum einen die quantitative Hauptlast der Versorgung von COVID-19-Patientinnen und -Patienten und dient zum anderen – v.a. im hausärztlichen Bereich – als erste Anlaufstelle der Betroffenen. Zudem führt die Absage elektiver Eingriffe in Krankenhäusern zu einer Verlagerung stationärer Fälle in die ambulante Versorgung, wo sie im Sinne einer konservativen Therapie (weiter)behandelt werden. Dies kann unter Umständen eine Verschlechterung des Gesundheitszustands der Patientinnen und Patienten nach sich ziehen, ebenso wie eine veränderte Inanspruchnahme von Praxisbesuchen in Folge der öffentlichen Risikokommunikation.

COVID-GAMS ist eine Versorgungsforschungsstudie, die den Einfluss der COVID-19-Pandemie auf den ambulanten Sektor untersucht. Hierbei werden sowohl organisationale, ökonomische und interpersonelle Herausforderungen sowie die direkten Auswirkungen auf die Patientenversorgung aus Sicht niedergelassener Ärztinnen und Ärzte erforscht.

Folgende Fragen sollen im Rahmen einer Online-Befragung beantwortet werden:

1. Welche organisationalen Herausforderungen in der Anpassung an die Krisensituation werden erlebt?

2. Welche wirtschaftlichen Herausforderungen für die Praxis zeigen sich konkret?

3. Welche Auswirkungen auf die Patientenversorgung hat die Krise?

4. Welche interpersonellen Herausforderungen bringt die Krise mit sich?

Da sich die Herausforderungen der COVID-19-Pandemie im Detail zwischen den einzelnen Fachdisziplinen innerhalb des ambulanten Sektors unterscheiden können, werden niedergelassene Ärztinnen und Ärzte unterschiedlicher Fachrichtungen befragt. Es wird drei Erhebungswellen geben, in denen jeweils 18.000 Fachärztinnen und -ärzte angeschrieben werden:

 

 Hausärztinnen und -ärzte
 (Fachärztinnen und -ärzte für Allgemeinmedizin und internistische Hausärztinnen  und -ärzte)

  6.500

 Fachärztinnen und -ärzte für Innere Medizin:

 

 Kardiologie

1.000

 Gastroenterologie

500

 Fachärztinnen und -ärzte Pädiatrie

2.000

 Fachärztinnen und -ärzte Gynäkologie

2.000

 Fachärztinnen und -ärzte HNO

2.000

 Zahnärztinnen und -ärzte

4.000

 

Die Erhebungswellen werden im Sinne einer Trendanalyse zu drei Erhebungszeitpunkten (2 Monate, 5 Monate und 13 Monate nach Studienbeginn) durchgeführt. 

Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, zukünftig auch den ambulanten Sektor besser auf Epidemien und Pandemien vorbereiten zu können. Gleichzeitig können sie darin unterstützen, frühzeitig auf mögliche Probleme reagieren zu können, die sich jetzt bereits im ambulanten Sektor zeigen. Hier sind vor allem mögliche Verschlechterungen der gesundheitlichen Situation der Patientinnen und Patienten aufgrund einer aktuell suboptimalen Versorgungsituation aufgrund der COVID-19-Pandemie zu nennen. Gleichzeitig werden Chancen für eine langfristige Verbesserung der Versorgung identifiziert, wie z.B. infolge der Digitalisierung und der Zunahme von telemedizinischen Behandlungsformen.