Deutsch   
 

Elektronische Patientenakte und ihre Auswirkungen auf die Zusammenarbeit und die Arbeitsabläufe in Krankenhäusern

Wissenschaftliche Leitung

Prof. Dr. Holger Pfaff

Operative Projektleitung

Dr. Marina Beckmann

Operative Projektdurchführung

Kerstin Dittmer

Maya Nocon

Kooperationspartner

Vertr.-Prof. Dr. Ute Karbach (Technische Universität Dortmund)

Prof. Dr. Juliane Köberlein-Neu (Bergische Universität Wuppertal)

Projektlaufzeit

5/2020 bis 04/2023

Projektförderung

Initiative "Forschung zu ethischen, rechtlichen und sozialen Aspekten (ELSA) der Digitalisierung, von Big Data und Künstlicher Intelligenz in der Gesundheitsforschung und -versorgung" des Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Kurzbeschreibung

Die Digitalisierung des deutschen Gesundheitssystems und insbesondere der Krankenhäuser ist ein derzeit viel diskutiertes Thema. Immer mehr Krankenhäuser nutzen elektronische statt papierbasierte Patientenakten. Durch die Verwendung von elektronischen Patientenakten (ePA) können Gesundheitsdaten auf digitalen Medien gespeichert, abgefragt und modifiziert werden und Arbeitsabläufe sollen vereinfacht werden.

Ziel des Projekts ist es, die sozialen Folgen der ePA auf die interprofessionelle Zusammenarbeit aufzudecken. Darüber hinaus soll herausgefunden werden, inwiefern sich die ePA auf die klinischen Arbeitsabläufe hinsichtlich zentraler Dimensionen wie Ablaufzeit oder Anzahl der Prozessschritte auswirkt.

Das hierfür verwendete Studiendesign besteht sowohl aus qualitativen als auch aus quantitativen Methoden und es handelt sich um eine Längsschnittstudie mit zwei Messzeiträumen, die in drei Krankenhäusern durchgeführt wird.

Die durch die Einführung der ePA analysierten Änderungen sind nicht nur für die beteiligten Krankenhäuser, sondern für alle Krankenhäuser relevant. Insbesondere im Hinblick auf die zunehmenden Digitalisierung bietet eine vollständige Adaption der ePA eine solide Ausgangsbasis für weitere Änderungen in den Krankenhausinformationssystemen (KIS), wie beispielsweise klinische Entscheidungsunterstützungssysteme oder computergestützte Auftragseingaben von Ärzten. Die gewonnenen Erkenntnisse zu den sozialen Aspekten der ePA-Implementierung, also die interprofessionelle Zusammenarbeit sowie der klinischen Arbeitsabläufe können für zukünftige Softwareeinführungen genutzt werden (Rollenmodell ePA-Einführung), so ist angedacht, ein Handbuch oder einen Leitfaden für die Praxis zu entwickeln.

Das Forschungsprojekt wird gemeinsam mit der technischen Universität Dortmund und der Bergischen Universität Wuppertal durchgeführt und sichert einen qualitativ hochwertigen wissenschaftlichen Austausch. Um die Forschungsfragen umfassend bewerten und beantworten zu können, sind regelmäßige Projekttreffen und eine gemeinsame Auswertung der verschiedenen Datenquellen geplant. Das IMVR übernimmt die Projektkoordination und wird gemeinsam mit der Technischen Universität Dortmund die Qualitative Netzwerkanalyse durchführen.