Deutsch   
 

Wie gelingt Langeweilebewältigung in häuslicher Quarantäne? Eine qualitative Studie über erfolgreiche und erfolgslose Bewältigungsstrategien während der Corona-Pandemie

Wissenschaftliche und operative Projektleitung

Silke Ohlmeier (Doktorandin an der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität Köln (über das IMVR) und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Allgemeinmedizin der Universität Saarbrücken)

Isabell Schellartz

Prof. Dr. Holger Pfaff

Projektlaufzeit

seit 04/2020

Projektförderung

EIgenmittel

Kurzbeschreibung

Hintergrund: Im Zuge der Corona-Pandemie hat die Bundesregierung im Frühjahr 2020 umfassende Eindämmungsmaßnahmen erlassen. Eine für Betroffene besonders einschneidende Maßnahme ist die 14-tätigige häusliche Quarantäne (potenziell) erkrankter Menschen. Auch wenn diese Maßnahme wichtig zum Schutz der Bevölkerung ist, stellt insbesondere der Umgang mit Langeweile für viele Menschen eine große Herausforderung in dieser eingeschränkten Situation dar. Was auf den ersten Blick trivial erscheint, ist es nicht: Zahlreiche Studien belegen, dass Langeweile erhebliche negative gesundheitliche und psychosoziale Folgen haben kann und riskantes bzw. destruktives Verhalten fördert. Damit Quarantänemaßnahmen eingehalten werden und negative psychosoziale Auswirkungen minimiert werden, ist es daher wichtig, das Phänomen Langeweile in dieser Ausnahmesituation tiefergehend zu verstehen.

Ziel: Das Ziel des Forschungsprojektes ist, erfolgreiche und weniger erfolgreiche Bewältigungsstrategien für den Umgang mit Langeweile entlang folgender Forschungsfragen herauszuarbeiten: Wie bewältigen Menschen in häuslicher Quarantäne ihre Langeweile? Was unterscheidet Menschen, die sie erfolgreich bewältigen, von denen, die unter Langeweile leiden?

Methode: Das Forschungsprojekt ist als explorative qualitative Fallstudie konzipiert: Im Mai/ Juni 2020 sollen 20 retrospektive narrative Telefoninterviews mit Menschen aus dem Kreis Heinsberg geführt werden, die mindestens 14 Tage in Quarantäne waren. Das Sampling ist maximal kontrastierend angelegt (Langeweile vs. keine Langeweile). Weitere potenziell relevante Unterscheidungsmerkmale werden aufgrund des explorativen Charakters nicht vorab festgelegt, sondern am Material selbst erarbeitet und beziehen sich auf unterschiedliche Einstellungen, Verhaltensweisen und soziale Deutungsmuster (nicht auf soziodemografische Personenmerkmale). Die Auswertung beruht auf den Prinzipien der Grounded Theory.