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Das Akutkrankenhaus und seine ambulanten und stationären Versorgungsleistungen – ein Player in beiden Sektoren?

Wissenschaftliche Leitung

Prof. Holger Pfaff

Dr. Ute Karbach

Dr. Nadine Scholten

Projektdurchführung

Anna Volkert

Projektlaufzeit:

01/2017 bis 03/2018

Projektförderung:

Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi)

Projektbeschreibung

Im deutschen Gesundheitswesen besteht eine historisch gewachsene Sektorentrennung zwischen ambulanten und stationären Versorgungsleistungen. Um negativen Effekten der Sektorentrennung, wie beispielsweise mangelnder (integrierter) Versorgung in bevölkerungsarmen Regionen oder kostensteigenden Ineffizienzen entgegenzuwirken, wurde 2012 das GKV Versorgungsstrukturgesetz (GKV VStG) verabschiedet. Es ermöglicht Krankenhäusern ihr ambulantes Leistungsspektrum über Medizinische Versorgungszentren (§ 95 SGB V), ambulante Behandlung bei Unterversorgung (§ 116a),  ambulante spezialfachärztliche Versorgung (§ 116b) sowie Hochschulambulanzen (§ 117) zu erweitern. Neben dem GKV VStG erlaubt § 115b des SGB V die Durchführung ambulanter Operationen im Krankenhaus. Beide gesetzlichen Regelungen gestatten Krankenhäusern die Erweiterung ihres Leistungsangebotes in den Sektor ambulanter Versorgung und könnten somit zum Aufbruch der Sektorentrennung im deutschen Gesundheitswesen führen. Das Forschungsprojekt soll daher untersuchen, ob und inwieweit deutsche Akutkrankenhäuser tatsächlich in den ambulanten Sektor vordringen und ob sie sich durch die Gesetzesänderungen zu einem Player in diesem entwickeln. In besonderem Fokus steht dabei die Evaluation der Nutzung ambulanter Behandlungsmöglichkeiten durch Krankenhäuser unter Berücksichtigung struktureller und kontextueller Determinanten.

Die Datenbasis des Projektes bilden unterschiedliche Datenquellen: Die gesetzlich strukturierten Qualitätsberichte der Krankenhäuser (2006 bis 2015), die Fallpauschalenbezogene Krankenhausstatistik des Statistischen Bundesamtes (DRG-Statistik) sowie Indikatoren zur Raum- und Stadtentwicklung (INKAR-Daten) des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR).